Burnout - mehr als nur eine Manager- und Helferkrankheit
Unter Burnout (engl.: ausgebrannt) verstehen wir einen Zustand von chronischer Überforderung nicht "nur" der körperlichen, sondern v.a. auch der psychischen Belastbarkeit. Zunächst wurde das Syndrom in erster Linie bei Angehörigen so genannter helfender Berufe (Altenpfleger, Krankenschwestern, Ärzte, Geistliche, Sozialarbeiter und –pädagogen, Lehrer etc.) und etwas später auch bei Führungskräften der Wirtschaft diagnostiziert ("Managerkrankheit"). Heute (2011) muss man allerdings konstatieren, dass es kaum mehr eine Berufsgruppe gibt, die nicht betroffen ist. Für das Jahr 2008 hat die Technikerkrankenkasse in einer Studie 10 Millionen Krankheitstage in Deutschland angegeben.
Erhöhte Leistungserwartung - unzureichende Arbeitsbedingungen

Eine gewisse Rolle spielen dabei auch überhöhte Leistungserwartungen von Dritten (Kunden, Vorgesetzten, Partnern) oder unzureichende Arbeitsbedingungen. Entscheidend für die Entwicklung eines Burnout scheint nach heutiger Erkenntnis aber weniger die äußere Belastung an sich, sondern die Einstellungen des Patienten zu seiner Arbeit zu sein. Dazu gehören u.a. überhöhte Leistungserwartungen, die der Patient an sich selber stellt, die enge Verbindung des Selbstwerts mit den erbrachten Leistungen (die vom Patienten oft als "nicht genügend" bewertet werden), die schlecht oder gar nicht entwickelte Fähigkeit, sich abzugrenzen ("Nein" sagen können) und Perfektionismus. Trotzdem muss man auch der Tatsache ins Auge sehen, dass äußere Bedingungen die Entwicklung eines Burnout-Syndroms bei entsprechend gefährdeten Menschen stark begünstigen können.
Zerrissen zwischen Unlust, Motivationsverlust bis hin zu körperlichen Krankheiten
Die Überforderung des von Burnout Betroffenen zeigt sich zunächst mit Unlust, Reizbarkeit, Unzufriedenheit, Zynismus und Motivationsverlust ("Ich muss mich zur Arbeit zwingen"). Bei den körperlichen Folgen finden wir die ganze Palette der Krankheiten, denen eine starke psychosomatische Komponente zugeschrieben wird, wie u.a. Magen-Darm-Probleme, Rückenschmerzen (Verspannungen), Kopfschmerzen und Migräne.
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